Zwei Stunden Überzeugungsarbeit

Foto von links nach rechts: Ulrike Schielke-Ziesing (MdB), Elisa Hilst (Bürgerlobby Greifswald), Steffen Röthel und Tina Michel (beide Bürgerlobby Rostock)

Die AfD bezweifelt bekanntermaßen, dass der Klimawandel vom Menschen verursacht ist – und streitet daher auch ab, dass es möglich oder sogar geboten sei, politische Maßnahmen zu seiner Eindämmung zu ergreifen. Ist es für eine Klimaschutzorganisation sinnvoll, mit Vertretern der AfD zu diskutieren?

Die Aktiven unserer Regionalgruppe Mecklenburg-Vorpommern haben nun die Probe aufs Exempel gemacht. Ihr Fazit: Es lohnt sich – auch wenn am Ende bei weitem nicht in allen Punkten Einigkeit herzustellen ist. Zwei Stunden lang nahm sich Ulrike Schielke-Ziesing, Bundestagsabgeordnete der AfD, in ihrem Wahlkreisbüro in Demmin Zeit für uns. Die Haushaltspolitikerin Schielke-Ziesing ist Mitglied der parteiinternen Gruppierung „Alternative Mitte“ und vertrat im Gespräch mit uns die Parteilinie: Der Klimawandel existiere zwar, aber dass er vom Menschen verursacht sei, lasse sich nicht nachweisen. Dennoch zeigte sie sich interessiert an unseren Vorstellungen eines CO2-Preises mit Klimadividende und vor allem an der Frage, wie dieser die soziale Balance zwischen Arm und Reich sowie zwischen Stadt und Land verschiebe. Letzteres ist derzeit gerade in den ostdeutschen Bundesländern ein vieldiskutiertes Thema.

Auch zu weiteren Themen wie Umweltschutz, direkter Demokratie und erneuerbare Energien entstand in der Folge ein engagiert geführtes Gespräch. Ob die AfD oder Teile davon sich doch noch vom Stand der Wissenschaft zu den Ursachen des Klimawandels überzeugen lassen, wird die Zukunft zeigen müssen. Tina Michel von der Regionalgruppe Mecklenburg-Vorpommern zog dennoch ein positives Fazit: „Wir haben uns sehr darüber gefreut, ein Mitglied der AfD zu einem persönlichen Gespräch zu treffen, da es unser Ansatz ist, mit allen im Bundestag vertretenen Parteien Gespräche zu führen.“