Gespräch über Klimaschutz mit AfD-Abgeordnetem

von links: Martin Delker, Marco Smolla (beide Bürgerlobby Klimaschutz) und Wolfgang Wiehle (AfD)

Die AfD ist die einzige Partei im Bundestag, die den wissenschaftlichen Konsens von der Verbrennung fossiler Brennstoffe als maßgeblicher Ursache des Klimawandels anzweifelt. Zu erwarten war daher, dass das Treffen am 9. März mit Wolfgang Wiehle von kontroversen Diskussionen geprägt sein würde. Wiehle war früher CSU-Stadtrat in München und sitzt inzwischen für die AfD im Bundestag, wo er dem Verkehrsausschuss angehört. Bei den bayerischen Kommunalwahlen am 15. März 2020 kandidierte er für das Amt des Münchener Oberbürgermeisters.

Rund eine Stunde dauerte das Gespräch in Wiehles Wahlkreisbüro in Ottobrunn, das von aufmerksamem Zuhören aller Beteiligten geprägt war. Herr Wiehle betonte, dass er sehr für Umweltschutz sei, äußerte jedoch Bedenken, dass eine zu schnelle Dekarbonisierung die deutsche Wirtschaft schwächen könnte und das Land deindustrialisieren würde. Skeptisch zeigte er sich auch über die Machbarkeit eines Grenzausgleichs an der EU-Außengrenze, der die europäische Wirtschaft vor Billigimporten aus Ländern ohne CO2-Preis schützen soll. Einen solchen Ausgleich strebt mittlerweile auch die EU-Kommission an. Gleichzeitig machte Wiehle deutlich, dass er eher eine Stromversorgung aus Atomkraft als aus Kohlekraftwerken bevorzugt.

Marco Smolla brachte als Wissenschaftler eine Reihe von Fakten zum Klimawandel in einfachen Worten auf den Punkt. Das Gespräch war insgesamt trotz unterschiedlicher Ansichten sehr konstruktiv. Es bleibt die Hoffnung, dass sich zumindest einige der AfD-Politiker wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht langfristig verschließen werden, wenn diese im direkten Gespräch mit dem nötigen Sachverstand vorgetragen werden. Wir werden mit Wolfgang Wiehle in jedem Fall im Gespräch bleiben.