Wieviel Klimaschutz braucht Europa?

Das Dilemma ist jedem klar, der sich etwas tiefer mit der Materie befasst: Laut Pariser Klimaabkommen soll die Erderwärmung keinesfalls mehr als 2 Grad und möglichst auch nicht mehr als 1,5 Grad über das vorindustrielle Niveau anstrengen. Aus diesen Zielen ergibt sich ein äußerst geringes CO2-Restbudget, das wir bis Ende des Jahrhunderts überhaupt noch ausstoßen dürfen. Und dieses Budget liegt deutlich unter den Treibhausgasmengen, die sich die Unterzeichnerstaaten von Paris – darunter die EU – selbst für die kommenden Jahre und Jahrzehnte genehmigen.

Die Zeit zu handeln drängt also – und dieser Sachtverhalt stand auch im Mittelpunkt unseres Gesprächs mit Michael Kießling (CSU). Der Bundestagsabgeordnete aus dem Wahlkreis Starnberg/Landsberg am Lech traf sich am 13.07.20 mit fünf Aktiven der Bürgerlobby Klimaschutz aus München und Weilheim zur Videokonferenz. Das Gespräch streifte auch die Themen Energiewende, CO₂-Bepreisung und Kohleausstieg. Herr Kießling signalisierte grundsätzlich Zustimmung zu strengeren Klimazielen in der EU, betonte aber, dass sich andere Mitgliedsstaaten stärker als bisher beteiligen müßten. Er verwies auf die “grünen” Komponenten der im Rahmen der Corona-Krise beschlossenen Konjunkturpakete und lobte die jüngste Solaroffensive des bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder. Genug Anknüpfungspunkte für ein Folgetreffen also, zu dem uns Michael Kießling zum Ende des Gesprächs einlud.