Kanada führt CO2-Preis mit Klimadividende ein

Ab 2019 haben CO2-Emissionen in Kanada einen Preis. Dafür sorgt eine von Premierminister Justin Trudeau im Oktober verkündete Gesetzesinitiative. Sie verpflichtet all jene kanadischen Provinzen, die bis zum Jahreswechsel keine eigenen, mindestens gleichwertigen CO2-Steuern oder Emissionshandelssysteme eingeführt haben, auf eine CO2-Abgabe. Die Abgabe soll 2019 zunächst 20 kanadische Dollar je Tonne betragen und dann bis 2022 auf 50 Dollar je Tonne CO2 steigen.

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Weitsicht beweisen die Kanadier bei der Mittelverwendung: Die Einnahmen aus der CO2-Abgabe werden in pro Kopf gleicher Höhe als Klimadividende an die Bürger zurückerstattet. Eine vierköpfige Familie würde 2019 eine Dividende von 307 Dollar als Steuerrückerstattung vom Finanzamt erhalten, so Trudeau. Sieben von zehn Familien im Land erhielten so im Jahr mehr Geld zurück als sie an CO2-Abgaben aufwendeten, schätzt die kanadische Regierung.

Mit seiner Initiative will Trudeau nicht zuletzt für einen gerechteren Wettbewerb zwischen Unternehmen im Land sorgen. Denn während einige Provinzen wie British Columbia und Quebec schon vor Jahren eigene CO2-Preissysteme eingeführt hatten, widersetzten sich andere wie Ontario und Saskatchewan solchen Plänen bis zuletzt oder schafften existierende Emissionshandelssysteme wieder ab, nachdem die kanadischen Konservativen dort die Provinzregierung übernommen hatten.