Gemeinsam für mehr Klimaschutz

Von links nach rechts: MdB Frank Junge (SPD), Kai Budde von Scientists for Future, Moritz Herdtle (Bürgerlobby Klimaschutz), Miriam Rakel und Mara Boege von Fridays for Future, Rebecca Dammer (Bürgerlobby Klimaschutz)

 

Der 20.09.2019 wird wohl als Meilenstein in die Annalen der Klimaschutzbewegung eingehen. In Deutschland fand an diesem Tag der bis jetzt größte Klimastreik mit geschätzten 1,4 Millionen Teilnehmern statt. In Rostock haben sich wenige Tage zuvor Mitglieder der Bürgerlobby Klimaschutz sowie der Bewegungen Scientists for Future und Fridays for Future (F4F) zu einem Gespräch mit dem Bundestagsabgeordneten Frank Junge (SPD). „Wir wollen nicht nur demonstrieren, sondern auch direkt mit Politikern sprechen”, sagt Mara Boege von F4F Wismar, die sich große Ängste um ihre Zukunft macht. Und Schülerin Miriam Rakel aus Schwerin will von dem Abgeordneten wissen: „Wieso hat es die Bundesregierung versäumt, die von Deutschland unterzeichneten Klimaabkommen in Gesetze umzuwandeln?”

An dieser Stelle bekommt sie Unterstützung von Kai Budde, Doktorand an der Universität Rostock: “Seit den 80er Jahren warnt die Wissenschaft vor der Klimaerwärmung. Durch den Klimawandel ist die Durchschnittstemperatur der vergangenen fünf Jahre in Rostock-Warnemünde bereits 2°C höher als zwischen 1961-1990 gewesen.” Der Wissenschaftler engagiert sich bei der Scientists for Future (S4F)-Bewegung Rostock, die die F4F-Bewegung fachlich unterstützt.

Auch Frank Junge, der aus seinem Wahlkreis Ludwigslust-Parchim II – Nordwestmecklenburg II – Landkreis Rostock I nach Rostock gekommen war, hält „die erfolgreiche Bewältigung des Klimawandels für eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit”. Er betont jedoch, dass „politische Maßnahmen sozial gerecht und mit Blick auf die Reduzierung von Emissionen in erster Linie bonusorientiert ausgerichtet sein“ müssen. Insbesondere der zweite Punkt dieser Aussage wird von den Schülerinnen angesichts der Dringlichkeit des Themas nicht geteilt, was zu einer lebhaften Diskussion führt. Rebecca Dammer und Moritz Herdtle, ehrenamtlich bei der Bürgerlobby Klimaschutz aktiv, begleiten das Gespräch. „Wir hoffen, dass sich – konfrontiert mit der persönlichen Betroffenheit der Jugendlichen – ein Umdenken bei den Politikern einstellt. Denn sie sind verantwortlich für die richtigen Rahmenbedingungen, und ohne diese bleibt Klimaschutz wirkungslos.” Die Schülerinnen von F4F und Frank Junge wollen auch in Zukunft in Kontakt bleiben, so Miriam Rakel: „denn das Klimaschutzthema wird uns unser ganzes Leben lang begleiten.“