Feilschen wie auf dem Jahrmarkt

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Wir stehen aktuell an einem wichtigen Scheideweg im 21. Jahrhundert. Die Forderungen beim Autogipfel zeitgleich zu den EU-Verhandlungen wirken wie ein Feilschen auf dem Jahrmarkt. Als orientierten sich die gebotenen CO2-Reduktionen an freien Wünschen statt an beängstigenden Klimamodellen. Die Autoindustrie tritt hier sehr selbstsüchtig auf. Sie möchte Gewinne privatisieren und die Kosten sozialisieren, nur weil sie die klimapolitische Entwicklung in den letzten Jahrzehnten verschlafen hat. Um die schlimmsten Folgen der Klimakrise in Schach zu halten, Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen und uns an die Vereinbarungen des Pariser Abkommens zu halten benötigen wir eine Verringerung des CO2-Ausstoßes von 65% innerhalb der nächsten zehn Jahre.

Klar ging es der bayerischen Landwirtschaft dieses Jahr mit Regen und Sonne im Wechsel sehr gut. Doch betrachtet man die Niederschlagsmengen der letzten Jahre in anderen Bundesländern, ruft dies nach mutigen Weichenstellungen auf EU-Ebene. Statt in Schockstarre zu verfallen, wissen wir längst, was benötigt wird: Energiesparsamkeit fördern, Ausbau der Erneuerbaren, die Anpassung des Emissionshandelssystems samt einem steigenden Preis auf CO2 mit einer sozialverträglichen Rückerstattung an die Haushalte. Dieser Rückerstattung mit einem pro Kopf gleich hohen Betrag für jedes Familienmitglied sollte eine hohe Bedeutung zugemessen werden. Bei zukünftig steigenden CO2-Preisen wird damit der gesellschaftliche Zusammenhalt gestärkt.Soziale Härten werden damit abgefedert und klimaschützendes Verhalten wird belohnt!

Annette Schulze