Den Wiederaufbau für mehr Klimaschutz nutzen

Stephan Albani (CDU) ist Mitglied im Ausschuss für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung des Bundestags und daher häufig mit Investitionen in die Zukunft unseres Landes befasst. Am 15. Mai nahm er sich Zeit, um mit den Aktiven der Bürgerlobby über Chancen für mehr Klimaschutz in Zeiten der Corona-Krise zu sprechen.

Albani betonte, dass zukünftige Investitionen die Innovationsfähigkeit unseres Landes im Hinblick auf viele unterschiedliche Bereiche wie Nachhaltigkeit und Digitalisierung anregen müssen. Nur so ist es möglich, Geschäftsmodelle neu auszurichten und die nötige Transformation zu einer klimafreundlichen Wirtschaft zu bewerkstelligen. Eine Verschärfung der bestehenden Regelungen sieht er in der gegenwärtigen Coronakrise allerdings eher skeptisch, da diese zu weiteren Protesten führen könnten.

Vor diesem Hintergrund sprachen wir über die Wahrnehmung der beiden Krisen und Albanis Rolle als Bildungspolitiker. Wie kann man die Menschen erreichen und beherzte Maßnahmen für mehr Klimaschutz ergreifen, ohne dass das zu Protesten führt? Wäre eine ähnliche Häufung an öffentlichen Erklärungen und Pressekonferenzen, wie sie zuletzt zur Corona-Pandemie zu erleben war, auch in der Klimafrage hilfreich? Oder würde eine derart hohe Präsenz der Klimakrise in den Medien die Menschen eher “nerven” und somit kontraproduktiv wirken? Der entscheidende Unterschied zwischen Klima- und Corona-Krise ist zweifellos die große zeitliche und räumliche Entfernung von Ursache und Wirkung bei der Klimaerwärmung. Sie erschwert schon seit Langem die Vermittlung der Dringlichkeit von Maßnahmen. In unserem Gespräch plädierte Stephan Albani dafür, positive Zukunftsbilder zu schaffen, um den Bürger*innen Klimaschutz näher zu bringen. Die politischen Entscheidungsträger müssten nach seiner Auffassung erklären, dass die Gesellschaft in eine neue Zukunft mit vielen Veränderungen in Mobilität und Wirtschaft aufbricht.