Citizens’ Climate Lobby – Weltweit im Einsatz für einen Preis auf CO2

In diesem Artikel fassen wir zusammen, wie sich die Citizens’ Climate Lobby (CCL) seit 2013 über den Globus hinweg ausgebreitet hat. 2013 war CCL noch hauptsächlich in den U.S.A. und Kanada aktiv und der Rest der Welt spielte noch keine große Rolle – es gab nur erste Überlegungen, Gruppen in Großbritannien zu etablieren.

Weltweite Präsenz und beeindruckende Zahlen

Wie die einleitende Weltkarte zeigt, ist CCL mittlerweile weltweit vertreten und es gibt Gruppen auf allen Kontinenten – außer der Antarktis. Blaue Pins zeigen aktive Gruppen und gelbe Pins Gruppen im Aufbau. Link zur Karte

Das folgende Video stammt von der CCL-Konferenz 2016 in Washington D.C. und gibt einen kleinen Eindruck davon, weshalb sich rund um den Globus Menschen für einen wirksamen Preis auf CO2 einsetzen:

Und es ist auch nicht nur die Anzahl und die Orte der Gruppen! Seit 2013 ist CCL enorm gewachsen. Hier sind einige Zahlen, die dies illustrieren:

  • 2013 kamen etwa 375 Personen zur 4. Jahreskonferenz. Mittlerweile sind es jedes Jahr um die 1.000, die zur Konferenz anreisen, die 2018 vom 10. bis 12. Juni in Washington D.C. stattfinden wird.
  • 2013 fanden 711 von Bürgern organisierte Treffen im Kongress statt, 2016 waren es 1.390
  • 2014 wurden 6.991 Briefe an den Kongress geschrieben, 40.195 waren es in 2016
  • Veröffentlichungen in der Presse stiegen von 1.670 im Jahr 2013 auf 2.918 in 2016
  • Die Anzahl der CCL Freiwilligen stieg von einigen hundert 2013 auf 58.000 im April 2017, von denen 18.000 (!) seit der Wahl Donald Trumps zum 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten dazu gestoßen sind (weitere Details zu diesem imposanten Wachstum gibt es hier)

Die auf den Stufen des Kapitols aufgenommenen Gruppenbilder bei der Jahreskonferenz in Washington D.C. sind mittlerweile ziemlich beeindruckend:

CCL2015-group-Capitol

Quelle: CCL Homepage

Climate Solutions Caucus in den U.S.A.

In den U.S.A. hat der CCL-Unterstützer Jay Butera den wahrscheinlich entscheidenden Impuls zur Etablierung des Climate Solutions Caucus gegeben. Dies ist eine parteiübergreifende Gruppe im Repräsentantenhaus, die sich Gesetzgebungsoptionen anschauen möchte, mit denen die Auswirkungen, Ursachen und Herausforderungen des sich ändernden Klimas angegangen werden können. Der “Caucus” wurde im Februar 2016 von den beiden Abgeordneten Carlos Curbelo (R-FL) und Ted Deutch (D-FL) aus Südflorida ins Leben gerufen. Sie leiten ihn gemeinsam als Ko-Vorsitzende (Die Hintergrundgeschichte zur Entstehung des “Caucus” können Sie hier nachlesen). Mittlerweile hat der “Caucus” 68 Mitglieder (Ende März 2017 waren es die 34 abgebildeten Abgeordnete):

Climate-solutions-caucus

Quelle: CCL Homepage

Dieser “Caucus” zeigt, dass überparteiliche Zusammenarbeit beim Thema Klimawandel in den U.S.A. immer noch möglich ist, selbst wenn die aktuelle Regierung den überwältigenden wissenschaftlichen Konsens zur von uns verursachten globalen Erwärmung abstreitet. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob dieser “Caucus” Auswirkungen auf das Abstimmungsverhalten im Kongress haben wird, wenn es um zukünftige Gesetzesvorlagen geht, die den Klimawandel betreffen.

Lobbytage in Canberra, Australien

CCL in Australien hat 2017 erfolgreiche Lobbytage in Canberra durchgeführt und sich mit über 30 Parlamentsmitgliedern getroffen. Hier ist ein Gruppenbild – zugegebenermaßen keine ganz so große, aber ebenso motivierte Gruppe wie in D.C. – aufgenommen auf den Marmorstufen des Parlamentsgebäudes:

CCL-AUS

Quelle: Homepage CCL Australien

Entwicklung in Europa und Deutschland

In Europa gibt es aktuell Gruppen in Schweden (5 aktiv, 1 im Aufbau), in Großbritannien (1 aktiv, 3 im Aufbau), in Deutschland (3 aktiv, 2 im Aufbau) und außerdem jeweils eine im Aufbau in Portugal, Spanien, der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, Polen und Serbien. Um die Arbeit von CCL in Europa zu koordinieren, findet einmal pro Woche eine Videokonferenz statt, in der wir uns zu den Aktivitäten in unseren Ländern austauschen und über die globalen Entwicklungen auf dem laufenden gehalten werden. Hierfür haben wir regelmäßig Kontakt mit Joe Robertson, der bei CCL für die globale Strategie zuständig ist. Joe versucht im Rahmen seiner zeitlichen Möglichkeiten an unseren wöchentlichen Videokonferenzen teilzunehmen.

Was mich selber anbelangt, begann meine Mitarbeit bei CCL in Deutschland, als Dana Nuccitelli (CCL Sacramento, CA & Skeptical Science) mich im April 2014 per Email mit Nils Petermann bekanntmachte. Nils hatte die CCL-Ideen aus den U.S.A. mitgebracht, als er vor einigen Jahren von Washington D.C. zurück nach Deutschland kam. Ihm lag viel daran, den Vorschlag für eine CO2-Bepreisung in Deutschland und Europa zu verbreiten und war auf der Suche nach Mitstreitern. In den vergangenen vier Jahren sind drei aktive Gruppen in Berlin, München und Hamburg entstanden und einige weitere sind aktuell im Aufbau. In Deutschland sind wir mittlerweile als “Bürgerlobby Klimaschutz – Citizens’ Climate Lobby Germany e. V.” im Vereinsregister eingetragen.

In Deutschland organisieren wir eine Videokonferenz pro Monat und werden uns Anfang Juni 2018 zu unserer vierten Jahreskonferenz in Berlin treffen. Für das Wochenende sind dort Workshops geplant und für den 11. und 12. Juni hoffen wir auf möglichst viele Gespräche mit Bundestagsabgeordneten, ihren Mitarbeitern oder anderen für unser Anliegen relevanten Gruppen.

Hier ist ein Bild von unserem Treffen im Mai 2016, aufgenommen vor dem Reichstagsgebäude in Berlin:

CCL-DE Berlin
Quelle: Bürgerlobby Klimaschutz

Das besondere an der Citizens’ Climate Lobby ist, dass dadurch Menschen wie “Du und ich” eine Chance erhalten, aktiv an der Klimagesetzgebung in unseren Ländern mitzuwirken. Es geht auch nicht nur darum, den direkten Kontakt mit Politikern zu suchen, um zumindest ihr Interesse an einem wirksamen Preis auf CO2-Emissionen zu wecken. Wir üben z. B. auch das Schreiben von Leserbriefen, die dadurch eine wesentlich höhere Chance auf Veröffentlichung haben. Abgeordnete lesen diese Veröffentlichungen regelmäßig, um ein besseres Gefühl für die Themen zu bekommen, die die Bürger in ihren Wahlkreisen interessieren. Deshalb sind Leserbriefe ein gutes Mittel, sich Gehör zu verschaffen.

Weitere Informationen

Weitere Informationen über die Citizens’ Climate Lobby gibt es unter anderem über die folgenden Links:

International – CCL’s About page

Die Seiten vieler Gruppen auf Facebook

 

Außer bei der Bürgerlobby Klimaschutz helfe ich seit vielen Jahren bei der internationalen Webseite Skeptical Science mit, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Falschinformationen über den Klimawandel entgegenzutreten. Link zur Webseite: https://skepticalscience.com

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